starke, mutige Kinder

Gefühle verstehen.
Innerlich stark sein!

☞ Emotionale Intelligenz für Kinder

Ein Training in neun Einheiten

Gefühle wie Sauersein und Mitgefühl kennt jeder. Diese Gefühle können unterschiedlich wirken und Energien blockieren oder freisetzen. Darum fühlt sich jeder manchmal hilflos und ein andermal voller Kraft und Mut.

Wir wollen erforschen, welche Gefühle es gibt, welche uns stärken oder schwächen, und wie wir mit unterschiedlichen Situationen mutig umgehen können. Wir erlernen, wie wir die Gefühle, die uns stark und mutig machen, wie einen Muskel trainieren können.

„Innerlich stark sein!“ ist ein Trainingsprogramm, das in neun Einheiten stattfinden wird.

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Altersgruppe: 8 – 11 Jahre
Dauer: 9 Termine
Gruppengröße: max. 8 Kinder

Nächster Kurs: 05.03. – 14.05.2017 | jeweils sonntags 15:30 – 17:00 Uhr
An folgenden Terminen findet kein Kurs statt: 9.04., 16.04. und 7.05.
Achtung: Am 6.05. findet der Kurs ausnahmsweise an einem Samstag statt!

Informationsveranstaltung: Sonntag, 12.02.2017 | 15:30–16:30 Uhr

Ort: Bodhicharya Deutschland e.V., Kinzigstr. 25 – 29, 10247 Berlin
Kursgebühren: 160 € / erm. 120 €

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Anmeldung

Telefon: 030.21 23 88 33
Mobil: 0176.45 67 93 30
Email: info@achtsamkeit-kinder.de

normaler Junge

Beschreibung für Kinder

Stell dir vor, jemand hat dir etwas weggenommen oder war richtig unfair und nun bist du sauer. Und nun? Weiter sauer sein, gibt dir die Sache nicht zurück und löst auch das Unfaire nicht auf. Wie also mit diesem Gefühl und der Situation umgehen?

sauer sein, Wut, Drachen Geschichte

Oder stell dir vor, du siehst einen kleinen Hund, der sich verlaufen hat und in Gefahr ist, über die Straße zu rennen und überfahren zu werden. Du willst ihn davor beschützen und überlegst, was Du tun kannst. Gelingt es Dir, den Hund vor den Autos zu retten, ist der Hund glücklich und Du auch. Gelingt es Dir dann noch, den Besitzer herauszufinden, der seinen Hund vermisst, und den Hund zurück zu geben, machst Du noch eine weitere Person oder vielleicht sogar eine ganze Familie glücklich.

anderen helfen, Mitgefühl

Gefühle von sauer sein oder Mitgefühl und Fürsorge kennt jeder. Aber Gefühle wirken unterschiedlich. Sie können Energie blockieren oder freisetzen. Deshalb fühlst Du Dich manchmal hilflos und ein andermal voller Kraft und Mut.

Wir wollen gemeinsam erforschen, welche Gefühle es gibt, welche Gefühle Dich stärken und mutig machen, welche Dich schwächen und hilflos machen und wie du mit unterschiedlichen Situationen mutig umgehen kannst.

Wir betrachten auch, wie du die Gefühle, die dich stark und und mutig machen, wie einen Muskel trainieren kannst.

Schau auf Deine Gefühle

Beschreibung für Eltern

Mit diesem Programm zur Verbesserung der sozialen und emotionalen Kompetenz möchten wir Ihre Kinder darin unterstützen,

  • ihre Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen zu verbessern,
  • Gefühle und Gedanken deutlicher wahrzunehmen,
  • besser mit beunruhigenden Gefühlen umgehen zu können
  • sowie Mitgefühl und Kooperationsfähigkeit zu verbessern.

Dazu haben wir das neunwöchige Programm in drei Blöcke aufgeteilt, von denen jeder drei Einzeltermine umfasst. Im ersten Block stellen wir die Selbstwahrnehmung in den Vordergrund, im zweiten Block die Selbstregulation und im dritten Block den konstruktiven Umgang mit anderen. Das Programm umfasst auch Übungen, um Körper und Geist zur Ruhe zu bringen (Entspannung) sowie Übungen in Konzentration.

Im ersten Teil des Programms möchten wir die Kinder unterstützen, Gedanken und Gefühle deutlicher wahrzunehmen und deren Auswirkungen zu erforschen.

Darauf aufbauend erarbeiten wir uns im zweiten Teil Strategien der Selbstregulation, z.B. wie ein Kind mit starkem Ärger oder der Frustration, dass seine Wünsche nicht erfüllt werden, umgehen kann.

Die ersten beiden Teile stärken ein Kind primär im Umgang mit sich selbst. Im letzten Teil betrachten wir nützliche und weniger nützliche Verhaltensweisen im Umgang mit anderen.

Eine verbesserte Selbstwahrnehmung, bessere Fähigkeiten im Umgang mit belastenden Gefühlen, eine höhere Sensibilität für die Gefühle anderer sowie ein gutes Beziehungsmanagement sind ein Leben lang von großer Bedeutung. Aber der Grundstein für diese Lebenskompetenzen wird in der Kindheit gelegt. … Indem man den Kindern hilft, ihre Gefühle und ihre Beziehungen zu meistern, steigert man auch ihre Lernfähigkeit.Daniel Goleman

ärgerlicher Junge, Wut

Über uns

Josefine Raasch

Dr. Josefine Raasch,
Sozialanthropologin

Schwerpunkt meiner Forschung ist die gemeinsame Herstellung von Wissen und die Untersuchung von Dynamiken und Prozessen. Momentan erforsche ich, wie in professionellen Dokumentationsprozessen Wissen über Kinder hergestellt wird.

Erziehungswissenschaftlerin
Ich untersuche, was Lernende in Lernsituationen tatsächlich tun. Mir geht es weniger darum, Ideen zu entwickeln, wie gute Bildung gelingen kann, sondern mehr darum, diese Ideen durch die empirisch herausgearbeitete Erkenntnis von Lernpraktiken zu fundieren.

Physiotherapeutin
In meiner 13 jährigen Berufspraxis als Physiotherapeutin habe ich vorwiegend mit Kindern gearbeitet. Ich nutzte dabei Ansätze, die ressourcenorientiert und ganzheitlich sind.

Psychomotoriktherapeutin
In den von mir durchgeführten Psychomotorikgruppen standen die Freude und Kreativität bei der Entwicklung von Wahrnehmung und Bewegung im Vordergrund.

Tenzin Peljor

Tenzin Peljor,
buddhistischer Mönch
Schwerpunkt meiner Studien sind Themen wie Emotionen, Wahrnehmung, Ethik, Achtsamkeit, Konzentration, Mitgefühl und Weisheit sowie Strukturen und Dynamiken zwischenmenschlicher Beziehungen.

Spiel- und Theaterpädagoge
Mich interessierte vor allem, wie man durch das Erkennen und kreative Lösen von inneren Blockaden Menschen innerlich freier werden lassen kann. Emotionen und Theaterspiel sind enge Gefährten, so entwickelte und leitete ich u.a. ein Anti-Aggressionsprojekt für SchülerInnen der Königin-Luise-Stiftung in Zehlendorf.

Einzelfall- und Familienhelfer
Hier ging es mir zuerst um individuell zugeschnittene pädagogische Lösungen. Da aber Kinder stark vom Umfeld geprägt werden, bezog ich mehr und mehr auch die Familien in die Arbeit ein und konzentrierte mich auf systemische Ansätze.

Hauslehrer
In einer über 10jährigen Tätigkeit bei „Die Hauslehrer“ und „Die Überflieger“ betreute ich Kinder von 8–18 Jahren mit Lernblockaden, ADS/ADHS, Legasthenie und Dyskalkulie. Beide Institute verfolgen einen ganzheitlich pädagogisch-psychologisch Ansatz. Für jedes Kind und seine Familie entwickelte ich individuelle, ressourcenorientierte Herangehensweisen.

Theoretischer Hintergrund

Arbeite an Deinem Inneren. Das ist die Quelle des Guten, eine unversiegbare Quelle, wenn du nur immer nachgräbst.Marc Aurel

Dieses Kurskonzept wurde von uns auf der Grundlage fundierter Kenntnisse moderner Bildungs- und Sozialtheorien und Jahrtausende alter buddhistischer Lehren entwickelt. Es ist uns nicht möglich, all die Einflüsse darzustellen, die in dieses Konzept geflossen sind. Daher beschränken wir uns hier darauf, einen kleinen Ausschnitt der Literatur zu emotionaler Intelligenz (EQ) vorzustellen, an der wir uns unter anderem orientiert haben, der jedoch gut darstellt, wie wir den Begriff emotionale Intelligenz nutzen.

Emotionale Intelligenz

Was ist emotionale Intelligenz?

Der Begriff wurde durch Daniel Goleman bekannt gemacht. Er argumentiert, dass emotionale Kompetenzen nicht angeboren sondern erworben sind, also erlernt werden können. Peter Salovey und John D. Mayer, die als Väter dieses Konzepts gelten, definieren emotionale Intelligenz wie folgt:

Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und Emotionen sowie die Gefühle und Emotionen anderer zu beobachten, zu unterscheiden und sich von den dabei gewonnenen Informationen in seinem Denken und Handeln leiten zu lassen.¹

Warum ist emotionale Intelligenz wichtig?

Da Menschen mit sehr ausgeprägter emotionaler Intelligenz eigene Emotionen und die anderer besser verstehen, als jene mit weniger ausgeprägter, können sie besser mit sich und anderen umgehen, und auch leichter konstruktive, tragfähige Beziehungen aufbauen und Freunde und Verbündete gewinnen.

Goleman und andere beschreiben, dass emotionale Intelligenz Menschen zudem wesentlich erfolgreicher mache. Wissenschaftliche Forschungen argumentieren, dass emotionale Intelligenz im Vergleich zu Intellekt oder fachlichem Können doppelt so häufig zu Spitzenleistungen beitrage.² Goleman arbeitete heraus, dass Kompetenzen, die Führungskräfte auszeichnen, bis zu 80 – 100% auf emotionaler Intelligenz beruhen.³

Ähnlich wie in Jon Kabat-Zinns⁴ Programm Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) ermöglicht auch unser Programm die Stressreduktion durch Achtsamkeit. Während wir mit ähnlichen Ansätzen zur Schulung der Achtsamkeit arbeiten wie Kabat-Zinn, unterscheidet sich unser Programm jedoch von seinem, indem wir weniger körperliche Achtsamkeit in den Mittelpunkt unserer Übungen stellen, sondern häufiger die emotionale Achtsamkeit.

Je besser unser Kontakt zu uns selbst ist, desto tiefer kann unser Verständnis für andere sein.

Fünf Schritte zur Entwicklung emotionaler Intelligenz

In unserem Programm orientieren wir uns an Daniel Golemans Gliederung emotionaler Intelligenz in fünf Bereiche:⁵

  • Selbstwahrnehmung: Die Fähigkeit die eigenen Stimmungen, Emotionen und Antriebe zu erkennen, zu verstehen als auch deren Auswirkungen auf andere.
    Kennzeichen: Selbstvertrauen; realistische Selbsteinschätzung; über sich selbst lachen zu können
  • Selbstregulierung: Die Fähigkeit, zerstörerische Impulse und Stimmungen kontrollieren und umlenken zu können. Die Neigung sich eines Urteils enthalten zu können – zu denken, bevor man handelt.
    Kennzeichen: Vertrauenswürdigkeit und Integrität; sich auch mit Mehrdeutigkeiten wohl zu fühlen; Offenheit für Veränderung
  • Motivation: Leidenschaft für Dinge zu arbeiten oder sich einzusetzen, die jenseits von Geld oder Status gehen. Eine Neigung Ziele mit Energie und Durchhaltevermögen anzugehen.
    Kennzeichen: starker Antrieb Dinge zu erreichen; Optimismus, selbst im Angesicht von Versagen; organisatorisches Engegament
  • Empathie: Goleman beschreibt drei Arten von Empathie (Einfühlung):⁶
    1) Kognitive Empathie – die Fähigkeit die Perspektive einer anderen Person zu verstehen,
    2) Emotionale Empathie – die Fähigkeit zu fühlen, was jemand anders fühlt,
    3) Empathische Sorge – die Fähigkeit zu spüren, was eine andere Person von einem braucht.
    Kennzeichen: Expertise darin, Talent aufzubauen und zu erhalten; kulturübergreifende Sensibilität; gute Dienste gegenüber Klienten und Kunden
  • Soziale Fähigkeit: Können im Managen von Beziehungen und dem Aufbau von Netzwerken. Fähigkeit im Finden einer gemeinsamen Basis und im Herstellen von Beziehungen.
    Kennzeichen: Effektivität im Führen durch Veränderungen; Überzeugungskraft; Expertise im Aufbau und dem Anleiten von Teams

Emotionale Intelligenz in Erziehung und Bildung

In ihrer Arbeit zu Peace Education entwickelt Candice C. Carter⁷ zwei zentrale Ausgangspunkte für soziale Erziehung und Bildung: Einerseits müsse Erziehung und Bildung zu Konfliktlösungen, bei denen niemand zu Schaden kommt, zukunftsorientiert wirken und andererseits werden spezifischen Fähigkeiten nötig, um Konflikte so zu lösen, dass niemand zu schaden kommt. Das habe Bedeutung für die Bildungsprozesse. In ihrer jüngsten Studie untersuchte Carter das Verständnis und das Kommunizieren von Emotionen sowie die Bereitschaft für Mitgefühl. Sie beschreibt, dass sehr junge Schulkinder klare ethische und moralische Positionen vertreten. Nur wenige Jahre später würden jedoch diese Positionen signifikant weniger deutlich vertreten. Auf diesem und anderen empirischen Ergebnissen aufbauend, entwickelt Carter Ideen für eine effektive Friedenserziehung.


Fußnoten

¹ Peter Salovey und John D. Mayer, „Emotional Intelligence,“ Imagination, Cognition, and Personality 9, no. 3 (1990): 185–211.

² Daniel Goleman, Der Erfolgsquotient (München: dtv, 2000). Siehe Studien Kapitel 3 und Anhang 2. Mehr zum Nutzen emotionaler Intelligenz, siehe Chade-Meng Tan, Search Inside Yourself, Arkana Verlag, Seiten 35ff.

³ Daniel Goleman, Der Erfolgsquotient. Die Datenanalyise wird in Kapitel 8 und im Anhang 2 beschrieben.

⁴ Jon Kabat-Zinn, Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit

⁵ Daniel Goleman, What Makes a Leader, Harvard Business Review, Januar 2004 Ausgabe

⁶ Daniel Goleman, The Focused Leader, Harvard Business Review, Dezember 2013 Ausgabe

⁷ Candice C. Carter, Social Education for Peace. Foundations, Teaching, and Curriculum for Visionary Learning, sowie in einem Vortrag auf der Konferenz der European Peace Research Association (EuPRA) in Tromsø, 2015.

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